Tic-Störungen
Nervöses Blinzeln oder Zucken, raue Schimpfworte – Tic-Störungen können vorübergehender Natur sein oder chronisch auftreten. So oder so gilt: Frühzeitig handeln und behandeln.
Tics sind neurologische Störungen, die durch plötzliche, wiederholte, unwillkürliche Bewegungen oder Laute gekennzeichnet sind. Sie werden in motorische Tics (z. B. Blinzeln, Kopfschütteln) und vokale Tics (z. B. Räuspern, Schimpfen) unterteilt.
Die häufigste Form bei Kindern ist das vorübergehende Tic-Störungs-Syndrom, wogegen das vielseits bekannte Tourette-Syndrom eine chronische Erkrankung darstellt. Bei zweiterem treten die Tics mehrmals am Tag auf, dauern länger als ein Jahr und die symptomfreie Phase hält nicht länger als zwei Monate an. Manche Betroffene können bei Aufgaben, die eine hohe Konzentration erfordern, die Tics gut unterdrücken. Bei Stresssituationen treten sie deutlich verstärkter auf.
Die Ursache für Tics ist bis heute nicht ausreichend geklärt, allerdings wird eine familiäre Häufung beobachtet und eine Störung in den Basalganglien angenommen. Ausgelöst durch Stress oder Aufregung.
Was tun?
Tics können sehr belastend sein und stellen für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung dar. Mit einer gezielten Therapie geben Sie Ihrem Kind die Chance, wichtige Entwicklungsschritte zu machen und die Belastungen im Alltag anders zu verarbeiten.
Wir empfehlen ein multimodales Behandlungskonzept, bestehend aus Psychoedukation und Elternarbeit. Ergänzend dazu die kognitive Verhaltenstherapie, einschliesslich Habit reversal Training und Exposition mit Reaktionsverhinderung. In Kombination mit einer medikamentösen Behandlung.
Tic-Störungen lassen sich primär ambulant behandeln, ansonsten teilstationär oder vollstationär. Die Zuweisung in die Klinik muss über einen Arzt/eine Ärztin erfolgen.