Einnässen (Enuresis)
Vom krankhaften Einnässen spricht man dann, wenn der unkontrollierte Harnverlust bei Kindern ab fünf Jahren vorkommt.
Enuresis, auch bekannt als Bettnässen, ist eine Störung, bei der Kinder unwillkürlich urinieren. Meist geschieht dies während des Schlafs, obwohl sie das Alter erreicht haben, in dem sie normalerweise die Blasenkontrolle erlangt haben. Es wird dabei unterschieden zwischen primärer Enuresis, bei der das Kind nie trocken war, und sekundärer Enuresis, bei der das Kind nach einer trockenen Phase wieder anfängt einzunässen.
Ursachen können genetische Faktoren, tiefer Schlaf, eine verzögerte Blasenreifung oder psychologische Stressoren sein.
Was tun?
Frühzeitige Interventionen können helfen, das Selbstwertgefühl des Kindes zu schützen und die Auswirkungen auf das Familienleben zu minimieren.
Wir empfehlen ein multimodales Behandlungskonzept, das aus Psychoedukation und Elterntraining besteht. Ergänzend dazu eine kognitive Verhaltenstherapie, zu der auch das Führen eines «Sonne-Wolken-Kalenders» gehört. Allenfalls auch mit Klingelhose und -matratze sowie eine medikamentöse Behandlung.
Enuresis lässt sich primär ambulant behandeln, ansonsten teilstationär oder vollstationär. Die Zuweisung in die Klinik muss über einen Arzt/eine Ärztin erfolgen.